RENT – Themen

Das Musical RENT thematisiert unterschiedliche gesellschaftliche Herrausforderungen, die in der heutigen Zeit relevanter sind denn je. Auf vier dieser Themen möchten wir genauer eingehen: Drogen, HIV / AIDS, Obdachlosigkeit, Diversität.

 

Thema 1:

 

Drogen

“Ich such es, verfluch es. Ich muss von dieser Krankheit los.”
(RENT, Weihnachtsglocken #2)

Unter dem Eindruck  der Heroin und Crack Krise der 80er Jahre thematisiert „RENT – Das Musical“ den Konsum, die negativen Folgen und den Kampf gegen Drogen. Mimi – eine der Hauptcharaktere – wird trotz der Unterstützung ihrer Freunde immer wieder rückfällig und stirbt fast an den Folgen.

Auch heute noch steigen der Konsum sowie die Anzahl an Erkrankungen und Todesfällen mit Bezug zum Drogenkonsum stetig an. Die 3 Hauptdiagnosen bei entsprechenden Behandlungen sind: Alkohol (48%), Cannabinoide (18%) und Opioide (13%) [gem. Drogen und Suchtbericht 2019]. Glücksspiel und exzessive Mediennutzung sind spezielle, neue Suchtformen, die eine immer stärkere Bedeutung erlangen.

Suchtmittel, in der Moderne „Drogen“ genannt, existieren bereits, seit es den modernen Menschen gibt. Cannabis, beispielsweise, war bereits im Assyrien des 3. Jahrtausends v. Christus für seine berauschende Wirkung bekannt. Die Nutzung dieser, in der Natur vorkommenden, Stoffe beschränkte sich zumeist auf religiöse und medizinische Zwecke.

Erst seit dem Anfang des 20ten Jahrhunderts entwickelt sich die Sucht, gekennzeichnet durch den Kontrollverlust des Konsumenten, zu einem weltweiten Phänomen, dass zunehmend mehr Menschen betraf.
Die Entwicklung moderner, chemischer Drogen, deren Konsum erhebliche körperliche und psychische Schäden zur Folge habe, beschleunigte die Entwicklung einer Schattengesellschaft in der sich Beschaffungskriminalität wie zum Beispiel Prostitution und Krankheiten wie AIDS verbreiten konnten.

Menschen die süchtig geworden sind, können sich häufig nur mit Hilfe Dritter aus ihrer Sucht befreien. RENT zeigt hier Selbsthilfegruppen und vor allem Freunde die sich gegenseitig unterstützen. Textzeilen wie „Lass Liebe zu, sonst siegt die Angst“ oder „Es zählt nur das jetzt“ geben den Protagonisten Hoffnung.

Sucht und Drogen sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, jeder kann betroffen sein und die Ursachen sind sehr vielfältig, daher sind Suchtprävention und Suchthilfe wichtig!

Weiterführende Informationen:
https://www.drogenbeauftragte.de/
https://www.hls-online.org/

Thema 2:

 

Diversität

“..und sie sagte, sie wäre mehr Mann als er je sein und mehr Frau als er je kriegen würde.”
(RENT, Mit Liebe bedeck ich dich – Reprise)

RENT ruft dazu auf das Leben zu feiern. Die Nummer „La Vie Bohème“ versinnbildlicht dies perfekt: Das gesamte Ensemble ist auf der Bühne und besingt die kulturelle und sexuelle Vielfalt.

Insbesondere die gesellschaftliche Anerkennung von sexueller Vielfalt in den USA, hat in den Jahren vor der Entstehung des Musicals Fortschritte gemacht, war aber noch weit von einer allgemeinen Akzeptanz entfernt.

Homosexuelle Handlungen waren Ende der 80er Jahr noch in vielen Bundesstaaten strafbar und dort wo keine strafrechtliche Verfolgung durchsetzbar war, wurden Menschen gesellschaftlich diskriminiert. Es entstanden in der Zeit viele LGBT (lesbian, gay, bi-sexual, transgender) Organisationen, die sich, zum Beispiel, gegen diffamierende Darstellungen von Homosexualität in Medien einsetzen.

RENT greift diese Vielfalt in den Beziehungen der Protagnisten auf: Maureen verlässt Mark für Joanne, Collins verliebt sich in Angel (Ein Mann der sich auch als Frau sieht und teilweise als „Drag Queen“ auftritt).

In den vergangenen Jahren ist die gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung dieser Vielfalt deutlich angestiegen. Selbst der Papst hat im Jahr 2020 positiv zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften geäußert. Allerdings gelten in vielen Ländern Afrikas, des mittleren Ostens und einigen Ländern Asiens nach wie vor Gesetz die Homosexualität verbieten, teilweise sogar per Todesstrafe!

In Deutschland ist sexuelle Diskriminierung verboten, gleichzeitig gibt es jedoch nach wie vor Vorurteile und Ressentiments. In einer Umfrage des LSVD e.V. (Lesben und Schwulenverband) geben 44% der Befragten an in den letzten 12 Monaten aufgrund ihrer sexuellen Identität diskriminiert worden zu sein. Es ist also noch immer ein Weg zur Akzeptanz dieser Vielfalt zu gehen.

Weiterführende Informationen:
https://www.lsvd.de/

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